Osnabrück 6. – 7. August 2022
Ein Jahr danach…
Ein Jahr nach dem Motorschaden im 1. Trainingslauf, waren wir in diesem Jahr definitiv viel erfolgreicher. Mit sechs Zielankünften in sechs Läufen und einem guten Resultat in einem Top besetzten Fahrerfeld. Aber alles der Reihe nach…
Die Anreise
Bereits am Mittwoch nahmen wir die fast schon traditionellen 800 km nach Osnabrück mit unserem Teambus unter die Räder. Ohne Zwischenfälle erreichten wir um vier Uhr in der Früh den Rennort Borgloh. Es dämmerte bereits leicht, als wir endlich im Bett waren. Nach einer kurzen Nacht bezogen wir unseren Fahrerlagerplatz hinter dem Rennbüro in nächster Nähe zum Start. Das Team Merli war bereits da, Team Petit reiste erst Freitagfrüh an. Mit vereinten Kräften meines Teams hatten wir routiniert ausgeladen und das Zelt aufgebaut. So blieb noch genug Zeit für die Streckenbesichtigung und eine Joggingrunde, bevor es zum Welcome-Grill-Event des MSC Osnabrück ging.
Freitag
Am Freitag Morgen meldete ich mich im Fahrerlager ab für eine kurze Shoppingtour in der Stadt Osnabrück. Die anschliessende Wagenabnahme konnte ich fast in Rekordzeit erledigen. Danach stand die Pressekonferenz des Veranstalters auf dem Programm. Nach langem Überlegen stellten wir das Set-Up des LobArt/Helftec-Honda noch auf den Kopf. Nach Anzère war eine Neuausrichtung nötig.
Trainingsläufe am Samstag
Für den Samstag standen vier Trainingsläufe auf dem Programm bei prächtigem Wetter, bei jedoch nicht allzu hohen Temperaturen – optimal für uns. Der 1. Probedurchgang verlief reibungslos, dementsprechend waren wir auch bald an der Reihe. Ich war gespannt auf unser neues Set-Up.
Der Start war nicht ganz optimal, dafür fühlte sich der LobArt in den Kurven gut an und als ich ein wenig Vertrauen in die Abstimmung gefunden hatte, konnte ich im oberen Teil angreifen. Ich erreichte eine Zeit von 54:343. Nicht ganz die Zeit, die ich mir vorgestellt hatte, aber eine ordentliche Steigerung von 3.5 Sekunden zum letzten Jahr. Erwartungsgemäss gab Christian Merli (Osella FA30, 51:554) den Ton an, gefolgt von Alexander Hin (Osella FA30, 53:140). Hinter mir reihten sich die weitern Topfahrer Eric Berguerand (Lola FA99, 54:815), Sebastien Petit (Nova Proto, 55:101) und sowie die vier Osellas von Joel Volluz, Robin Faustini, Petr Vitek und Georg Lang ein.
2. und 3. Trainingslauf
Auf den 2. Trainingslauf verstellten wir nur minimal den Stabilisator vorne, damit ich mich weiter an das Fahrverhalten gewöhnen konnte. Dies resultierte in haargenau 53:000. Die Reihenfolge vor mir blieb gleich mit Merli (51:563), Hin (52:733), hinter mir aber Petit (53:184), vor Berguerand (53:328) und die 4 Osellas.
Da sich der 2. Trainingslauf durch viele Unterbrechungen mächtig in die Länge zog, wurde die Veranstaltung auf drei Trainings und drei Rennläufe gekürzt. Somit mussten wir etwas Gas geben mit den Einstellungen an unserem Fahrwerk. Wir verstellten die Vorspur und ich startete nun ohne Traktionskontrolle. Das Auto fühlte sich richtig gut an und willig, schnell um die Kurven zu flitzen. Auf der Anzeigetafel leuchtete 51:803 auf, womit ich mich hinter Christian (51:228) setzen konnte. Dahinter rückten die Ränge drei bis sieben in 1.7 Sekunden zusammen. Spannung pur für den kommenden Renntag!
Sonntag – 1. Wertungslauf
Sonntagfrüh war es anfangs noch kühl. Der 1. Rennlauf lief wie am Schnürchen, dementsprechend waren wir bald an der Reihe. Als bloss noch ein Auto vor mir an der Startlinie stand, wurde der Rennbetrieb unterbrochen um eine Ölspur zu reinigen. Diese war auf der Startgeraden was den Rennbetrieb zum Glück nicht gross beeinträchtigte. Da sich der LobArt/Helftec-Honda im letzten Training schnell fahren liess, montierten wir bloss neue Reifen. Am Start drehten die Reifen etwas zu stark durch und auch das lästige Untersteuern ab Mitte der Kurve war wieder da. So machte ich einen Rückschritt auf 51:925, was Zwischenrang drei bedeutete, hinter Chrstian Merli mit neuem Streckenrekord (49:817) und Eric Berguerand (51:842), aber vor Seb Petit (52:104) und Alex Hin 52:440). Abgesehen von Merli, waren wir aber alle extrem nahe beieinander, was ein spannendes Kopf an Kopf Rennen werden könnte.
Veränderte Balance – 2. Wertungslauf
Mit veränderter Balance und frisch abgeföhnten Reifen, machte ich mich zum 2. Wertungslauf auf. Der Start gelang minimal besser. Das Fahrverhalten auf der Strecke war aber leider nicht besser. Es könnte auch sein, dass die Strecke leicht Ölverschmiert war durch einen Konkurrenten vor mir. Ich war aber fokussiert mit dem Auto beschäftigt, dass mir dies nicht sonderlich aufgefallen wäre. Ich konnte mich rund um 1/10 Sekunde steigern. In der Addition der beiden Läufe war Merli (50:154) enteilt, ich konnte aber den 2. Platz einnehmen, 1/10 Sekunde vor Berguerand und 3/10 Sekunden vor Petit.
3. Wertungslauf
Der 3. Rennlauf musste also entscheiden (Wertung: die zwei schnellsten aus drei Läufen.)
Wir verstellten nochmals die Spur an der Vorderachse, alle Reifen wurden mit dem Föhn abgezogen und der Heckflügel etwas optimiert. Nun hatte ich wieder ein gutes Gefühl für den Rennwagen, wobei die Steigerung in 51:542 relativ gering ausfiel.
Nun begann das Bange Warten. Seb Petit (51:146), direkt hinter mir gestartet, verdrängte mich gleich mal auf den 3. Platz. Nun musste ich auf einen Patzer oder einen nicht allzu guten Lauf von Eric Berguerand hoffen. Leider tat dieser mir den Gefallen nicht und verdrängte mich mit einer Zeit von 50:998 vom Gesamtpodest. Die Enttäuschung war gross, das Podest bei dem hochkarätigen Starterfeld verpasst zu haben. Dennoch war es ein Erfolg, fünf Osellas hinter mir zu lassen und den Rückstand auf Eric etwas zu verkürzen. Und eben, wie am Anfang geschrieben: sechs Zielankünfte ohne technische Probleme.
Ausblick
Wir werden intensiv am LobArt/Helftec-Honda weiterarbeiten, damit wir mit der Abstimmung weiterkommen und das Fahrverhalten weiter verbessern können. Damit wir den Turbomotor dann auch wirklich nutzen können und die Power auf die Strasse bringen.
Am Wochenende vom 20./21. August 2022 steht die Mutprobe in St-Ursanne – Les Rangiers an, wo es in Abwesenheit von Eric Berguerand, um die nächsten Punkte zur Schweizer Bergmeisterschaft geht.
Bis bald…
Marcel


























