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Course de côte Ayent – Anzère 22./23. Juli 2023

Ultraknappe Entscheidung in Anzère

Zwei Wochen nach Massongex, schnaufte unser Teambus die steile Bergfahrt ins Wallis nach Anzère auf 1500 m.ü.M. hinauf. Da viele Fahrer dieses Rennen direkt mit ein paar Tagen Urlaub verbinden, waren wir froh um den bereits reservierten Platz im Fahrerlager.

Freitag
Am Freitag das gewohnte Prozedere mit Zelt aufstellen, Rennwagen ausladen und Box einrichten – in möglichst regenfreien Momenten. Die Wagenabnahme war im Nu erledigt und ich konnte mich auf die Streckenbesichtigung konzentrieren.

Samstag
Wie schon öfters, wurde das Wetter auf das Rennwochenende besser als der Wetterbericht und der Samstagmorgen war doch schon recht freundlich. Aus der Erfahrung von letztem Jahr, war ich gespannt, wie die Reifen auf dieser Strecke funktionieren würden. Ich rückte erstmal mit der Mischung zum 1. Trainingslauf aus, die im Vorjahr überhaupt nicht funktionierte. Auf meiner ersten Fahrt, fand ich den Grip aber gar nicht so schlecht. In 1.28.654 reichte dies zur knappen Bestzeit vor Eric Berguerand (Lola F3000, 1.29.018), Robin Faustini (1.30.419) und Joel Volluz (beide Osella FA30, 1.33.554).

2. Trainingslauf

Für den 2. Trainingslauf montierten wir die vermeintlich bessere, aber härtere Reifenmischung. Irgendwie brachte dies aber nicht den gewünschten Fortschritt, was sich in 1.30.162 zeigte und den Rückfall auf Position 3, hinter Eric (1.29.737) und Robin (1.30.046) bedeutete.

3. Trainingslauf

Wieder zurück mit den weicheren Reifen und klitzekleinen Änderungen am Fahrwerk, startete ich in das 3. Training. Bereits früh auf der Piste spürte ich, wie nervös sich der LobArt/Helftec-Honda fuhr, in schnellen Kurven übersteuerte und sich in die langsamen Spitzkehren nur widerwillig hineinlenken liess. Im Ziel leuchtete meine schlechteste Zeit des Tages mit 1.30.425. Das bedeutete nur noch die 4. schnellste Laufzeit. Unser Set-Up oder die Strecke ruinierten uns innert Kürze die Vorderreifen. Wir waren gerade etwas Ratlos und gingen mit vielen Fragezeichen in die Nachtruhe.

Sonntag

Der Sonntagmorgen brachte Sonnenschein und bereits spürbar höhere Temperaturen. Auch der restliche Tag versprach heisser zu werden als der Samstag, nicht nur auf der Piste.

1. Rennlauf

Der 1. Rennlauf fand bereits früher als auf dem Zeitplan vorgemerkt statt. Da waren Luft und Asphalt noch kühl. Wir entschieden uns, den Temperaturen entsprechend für die weiche Reifenmischung. Die neuen Pneus krallten sich gut in die Strasse und ich konnte anständig attackieren. Leider konnte ich vor der letzten Spitzkehre nicht vom 2. in den 1. Gang schalten und der LobArt untersteuerte Richtung Strohballen der Streckenbegrenzung. Sehr knapp vor den Strohballen schaffte ich es, das Auto in die Kurve zu zwingen, jedoch immer noch im 2. Gang. Der Umweg und die zu tiefe Drehzahl des Motors kosteten mich viel Zeit. Auf der Anzeigetafel stand 1.25.330! Eine ordentliche Steigerung zum Training, aber trotzdem ärgerlich für den Zeitverlust. Denn Berguerand (1.24.876), Faustini (1.26.032), Volluz (1.26.425) und ich lagen alle eng beieinander.

2. Rennlauf

Der 2. Wertungslauf um die Mittagszeit ist in Anzère meistens der Langsamste. Mit den härteren Reifen und ohne «Umweg Richtung Strohballen», konnte ich mich auf 1.24.792 verbessern, was zugleich die schnellste Zeit des Tages werden sollte. Eric (1.25.437) folgte dicht und war nun in der Addition der beiden Läufe 19/100- Sekunden hinter mir. Joel (1.25.600) überholte zudem Robin (1.26.482).

3. Rennlauf

Vor dem 3. Rennlauf herrschte also Hochspannung und durch die etwas gefallenen Temperaturen war nochmals alles möglich. Mir gelang ein solider Lauf, fand aber den super Grip und die optimale Pace nicht mehr ganz, was 1.25.277 ergab. Eric Berguerand (1.24.800) sicherte sich mit 0.393 Sekunden Vorsprung seinen Heimsieg denkbar knapp.

Eric ist somit auch Halbzeitmeister in der Schweizer Bergmeisterschaft mit 10 Punkten vor mir.

Ausblick

Am 19./20. August 2023 beim High Speed- Rennen von Saint-Ursanne nach Les Rangiers, werde ich in Abwesenheit von Eric, um weitere Punkte gegen Joel und Robin kämpfen.

Bis bald…

Marcel

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