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Gurnigelrennen 10./11. September 2022

Arbeitsreiches Heimrennen

Obschon wir uns sehr auf das Gurnigelrennen freuten, wurde es zur Härteprüfung. Unser  Heimrennen scheint es nicht allzu gut zu meinen mit mir und dem Team Steiner Motorsport.

Anreise und einrichten am Freitag

Am Freitagvormittag startete ich bei Sonnenschein in Oberdiessbach und wurde in Rüti bereits mit Regen empfangen. Das Wetter besserte glücklicherweise schnell. Wir konnten trocken aber bei starkem Wind ausladen, das Zelt aufbauen und den Fahrerlagerplatz einrichten. Nach der Wagenabnahme ging es zur Streckenbesichtigung. Im späteren Nachmittag durfte ich im Teamzelt noch Besuch einer Delegation der Wirtschaftsvision Gantrisch auf eine kleine Fragerunde begrüssen.

Trainingsläufe am Samstag

In der Nacht auf Samstag setzte leider wirklich der prognostizierte Regen ein und hielt sich auch noch bis in den Vormittag hinein. So mussten wir den LobArt/Helftec-Turbo ein weiteres Mal auf das Regen Set Up umbauen und die Profilreifen montieren. Als ich am Start stand, war ich extrem gespannt, wie sich die neuen Teile an der Vorderachse anfühlen werden. Im 1. Trainingslauf auf nasser Piste galt es nichts zu riskieren. Das Untersteurern, welches ich normalerweise im Regen hatte, war wie wundersam verschwunden. Das Auto lenkte willig ein und war auch stabil auf der Hinterachse.

In 2:01.64 sollte dies zur 2. Trainingszeit reichen, hinter Robin Faustini (Osella FA30,1:58.06), aber vor Eric Berguerand (Lola F3000, 2:05.59) welche beide fast 20 Autos nach mir starteten und dadurch bereits eine trockenere Piste hatten.

Das zweite Training

Auf das 2. Training trocknete die Strecke ab und ich konnte die Modifikationen im trockenen ausprobieren. Immer noch mit einer Portion Vorsicht unterwegs, fühlte sich der LobArt auf der Vorderachse präzise an, wobei die Hinterachse etwas nervöser wurde. Im Ziel leuchtete 1:43.04.

Rauch…!

In der Wartezone zur Rückführung stieg aus dem Motorbereich plötzlich Rauch auf. Böse Erinnerungen wurden wach und bereits eilten Streckenposten mit Feuerlöscher zum Auto. Als wir endlich die Heckverschalung demontiert hatten, war die Ursache zum Glück schnell gefunden. Der Rauch wurde von einem defekten Kühlerentlüftungsschlauch verursacht, der direkt auf den Auspuffkrümmer spritzte. Soweit alles halb so schlimm, aber auf Rauch im Heck sind wir mittlerweile sehr sensibel! Im Übrigen reichte meine Zeit zur Laufbestzeit. Robin musste nach einem Verbremser bei Posten 5 den Notausgang nehmen und Eric wurde deswegen auf der Strecke aufgehalten.

Zurück im Fahrerlager musste der Motorraum vom ausgelaufenen Frostschutz gesäubert werden. Die Leitung war schnell repariert.

Der dritte Lauf

Der 3. Probelauf fand erst weit nach 18 Uhr statt. Durch die Probleme und den kleinen Zwischenfall, war ich nicht mehr so motiviert. Es stand noch eine kleine Änderung am Fahrwerk an. Irgendwie kamen der LobArt/Helftec-Turbo und ich nicht mehr ganz zurecht zusammen. Dies ergab eine Zeit von 1:43.63. Das bedeutete 1.5 Sekunden hinter Berguerand, jedoch 2.6 Sekunden vor Faustini. Bei den Vorbereitungen am Samstagabend für die Rennläufe mussten wir uns noch paar nervenaufreibende Defekte am Auto beheben. Dank meinem super Team, funktionieren auch solche Last-Minute-Aktionen einwandfrei. Danke!

Rennläufe am Sonntag

Der neue Tag startete mit blauem Himmel und Sonnenschein. Der 1. Rennlauf lief in den Startfeldern vor uns reibungslos und ohne Zwischenfälle. So waren wir fast nach Zeitplan an der Reihe. Mit den neuen Reifen lenkte der LobArt noch schöner ein, womit ich in der zweiten Kurve bereits am Scheitelpunkt etwas Gras aufsammelte.

Ein kurzes Date mit der Leitplanke

Leider unterlief mir bereits drei Kurven später ein fataler Linienfehler, welcher mir im Ausgang der Kurve die Strasse ausgehen lies und ich somit die Leitplanke leicht touchierte. Ich versuchte noch, das Auto möglichst breitseits an die Leitplanke anzulehnen. Der LobArt fuhr sich danach leider nicht mehr richtig gerade und ich verlies bei Posten 7 vorsichtshalber die Strecke.

Als ich ausgestiegen und den Schaden betrachtet hatte, konnte ich bereits eine Teileliste an mein Team durchgeben zur Vorbereitung für die Reparatur. Leider konnte ich die Rückfahrt nicht so rasch antreten, wie ich mir dies vorgestellt hatte. Denn hinter mir parkte noch Andi Feigenwinters Renntaxi Porsche mit Aufhängungsschaden.

Mit etwas Verspätung zurück im Fahrerlager, machte sich das ganze Team sofort an die Reparaturarbeiten und das Vermessen der Spur. Vielen Dank an meine Leute für den Einsatz an diesem schwierigen Wochenende!

Durch diverse Rennunterbrüche hatten wir sogar noch etwas mehr Zeit. Wobei sich dann bald mal die Frage stellte, ob überhaupt drei Rennläufe durchführbar wären. Ich brauchte unbedingt noch zwei Zeiten, um gewertet zu werden.

Der zweite Rennlauf

Mit gemischten Gefühlen stand ich an der Startlinie zum 2. Wertungslauf. Meinem Fehler aus dem 1. Lauf bewusst, war ich in dieser Passage etwas vorsichtiger. Ansonsten brachte ich eine solide Fahrt bis ins Ziel in einer Zeit von 1:42.58. Robin stellte mit 1:41.33 Laufbestzeit auf, gefolgt von mir und Eric mit 1:43.11. Ich tauchte aber noch nicht in der Rangliste auf, da ich bloss eine gemessene Zeit vorweisen konnte. In der Addition führte Berguerand nach Streckenrekord mit 1.39.49 im 1. Rennlauf vor Faustini.

Der dritte Rennlauf

Nach einem langen Tag konnte unser Starterfeld weit nach 18 Uhr und tief stehender Sonne zum 3. Rennlauf vorziehen. Mir gelang eine gute Fahrt, bei der ich viel Spass, mit leichten Drifts und späten Bremsmanövern hatte. 1:41.41 bedeutete dann auch meine Bestzeit mit dem LobArt und Laufbestzeit in diesem Lauf vor Robin Faustini mit 1:42.35. Eric Berguerand trat nach Getriebeproblemen nicht mehr an. Im Gesamtklassement gewann Eric, 1.09 vor Robin und 1.39 vor mir. Die restlichen Teilnehmer sammelten aus zwei Läufen 10 Sekunden und mehr Rückstand auf.

Klassement der Schweizer Bergmeisterschaft

In der Schweizer Bergmeisterschaft waren die Plätze bereits vor dem Rennen am Gurnigel in der Reihenfolge Eric Berguerand, Marcel Steiner und Robin Faustini auf dem Podest vergeben.

Steiner Motorsport schliesst die Saison 2022 beim Bergrennen von Esthofen-St.Agatha am 24.-25. September ab. Danach bleibt aber nicht viel Zeit zum Ausruhen, denn die Planungen und Arbeiten für 2023 laufen bereits auf Hochtouren.

Bis bald…

Marcel

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