Ayent-Anzere 25./26. Juli 2026
Wir machen weiter Fortschritte
Vier Wochen Sommerpause lagen zwischen Reitnau und Anzère. Diese Zeit nutzten wir, um neue Ideen zu sammeln. Leider konnten wir noch nicht alle davon umsetzen – aber wir arbeiten weiter daran.
Anreise und Vorbereitung
Am Donnerstagabend nach Arbeitsschluss machten wir uns auf den Weg auf rund 1’500 Meter über Meer. Bis wir den Anstieg oberhalb von Sion in Angriff nehmen mussten, waren die Temperaturen bereits etwas gesunken. Unser Teambus kam zwar ordentlich ins Schnaufen, profitierte aber von der kühleren Aussenluft. Im abschüssigen Fahrerlager angekommen, musste zuerst der Bus mit grossen Holzklötzen ausnivelliert werden. Anschliessend stellten wir noch das Zelt auf. Der Freitag verlief dann eher gemütlich. Auf dem Programm standen lediglich die Wagenabnahme sowie die Streckenbesichtigung.
Trainings bei sommerlichen Bedingungen
Am Samstagmorgen ging es bei perfektem Sommerwetter nochmals kurz auf die Strecke. Danach absolvierte ich eine schöne Joggingrunde durch die Walliser Berglandschaft. Schon bald stand der erste Trainingslauf an. Die Strecke von Ayent nach Anzère bietet einige schnelle Passagen. Ich war gespannt, wie sich der Nova Proto/Helftec-Honda dort bewähren würde. Der Grip war noch bescheiden, entsprechend auch meine Zeit von 1:28.454. Das bedeutete den 3. Zwischenrang hinter Robin Faustini (Nova Proto/Turbo, 1:26.506) und Victor Darbellay (Nova Proto/Turbo, 1:27.449), aber vor Joel Volluz (Norma/V8, 1:28.761) und Michel Zemp (Norma/Helftec-Honda, 1:30.259).
Für das zweite Training nahmen wir keine grossen Änderungen am Fahrzeug vor. Vielmehr musste ich mein Vertrauen ins Auto wiederfinden. Mit einer Zeit von 1:27.632 rutschte ich auf Rang 4 zurück. Vorne lagen weiterhin Robin (1:25.003), gefolgt von Joel (1:26.840), Victor (1:27.412), mir und Michel (1:29.012).
Zeitplan gerät durcheinander
Da der Zeitplan bereits stark aus den Fugen geraten war, wurde der dritte Trainingslauf – wie fast erwartet – zunächst auf den Sonntagmorgen verschoben und später am Abend zu unserem Leidwesen ganz abgesagt. Für mich wäre jeder zusätzliche Lauf und jeder Kilometer mit dem Nova Proto/Helftec-Honda unter Wettbewerbsbedingungen wertvoll gewesen. So richteten wir unseren Fokus frühzeitig auf den Rennsonntag.
Schwieriger Start im Regen
Im Verlauf des Samstagabends setzte Regen ein, der auch am Sonntagmorgen anhielt. Entsprechend mussten wir das Setup anpassen.
Auf der nassen Strecke fühlte ich mich nicht wirklich wohl und fuhr entsprechend vorsichtig. Vorsichtig bedeutet leider auch langsam. Mit einer Zeit von 1:45.476 belegte ich den 6. Zwischenrang.
Überraschend führte Victor Darbellay (1:38.691) vor Robin Faustini (1:41.349), Joel Volluz (1:41.479), Michel Zemp (1:43.065) und Lionel Ryter (Tatuus/Renault, 1:43.887).
Trockene Strecke – aber noch fehlendes Vertrauen
Mehrere Unfälle und dichter Nebel führten immer wieder zu Rennunterbrüchen. Während es bei uns im Fahrerlager weiterhin leicht nieselte und die Strasse klatschnass war, tauchten bereits erste Bilder einer trockenen Strecke im Internet auf. Tatsächlich konnten wir den zweiten Wertungslauf schliesslich bei vollständig trockenen Bedingungen und auf Slicks bestreiten.
Ich spüre es aktuell selbst im Auto, und auch die Datenauswertung bestätigt es: In einigen Bereichen haben wir uns klar verbessert. In den schnellen Passagen verliere ich jedoch noch Zeit, weil mir das nötige Vertrauen fehlt. Mit einer Zeit von 1:26.573 konnte ich deshalb nicht zufrieden sein. Es war zwar die viertschnellste Laufzeit, auf die Spitze fehlten jedoch rund 2,5 Sekunden.
Platz vier zum Abschluss
Durch die langen Unterbrüche war lange unklar, ob es zeitlich überhaupt noch für den dritten Rennlauf reichen würde. Der Veranstalter leistete jedoch hervorragende Arbeit und brachte das Programm erfolgreich zu Ende – herzlichen Dank für diesen grossen Einsatz!
Ich startete mit neuen Reifen. Der Grip war von Beginn an gut. Leider gelang es mir nicht ganz, meine Vorstellungen umzusetzen. Im Ziel blieb die Uhr bei 1:25.755 stehen. Damit verbesserte ich mich auf den 4. Platz im Tagesklassement. Unsere Ansprüche liegen allerdings höher.
Ausblick
Nun richtet sich der Fokus auf das Osnabrücker Bergrennen vom 8./9. August. Den Nova Proto/Helftec-Honda haben wir bereits in den Tagen nach dem Rennen in Anzère entsprechend vorbereitet.
Diesen Bericht schreibe ich übrigens aus meinen Ferien auf Mallorca.
Sonnige Grüsse
Marcel





