Zum Inhalt springen

Osnabrück 8./9. August 2026

Das Podest in Osnabrück knapp verpasst

Ich konnte fast direkt vom Strand an die Rennstrecke reisen – morgens früh von Mallorca wegfliegen und in den Norden von Deutschland fahren. Nun ja, kurz nach Hause musste ich doch noch. Der Nova Proto/Helftec-Honda musste noch in den Teambus verladen werden. Danach hatten wir ein Fährtchen von 800 Kilometern vor uns. Der Strassenverkehr meinte es aber nicht so gut mit uns, durch Staus zog sich unsere Anreise etwas hin. Aber egal, wir hatten ja dann noch Donnerstag und Freitag, um uns zu erholen.

Vorbereitungen im Fahrerlager

Am Donnerstagvormittag konnten wir direkt unseren Fahrerlagerplatz hinter dem Rennbüro beziehen und machten uns gleich ans Ausladen, Zeltaufstellen und Einrichten. Am Nachmittag standen noch einige kleinere Arbeiten am Nova an und natürlich gab es auch einige Gespräche zu führen. Den Tag liessen wir bei der Eröffnungsveranstaltung des Bergrennens ausklingen.

Freitagfrüh ging es schon fast traditionell kurz in die Stadt zum Einkaufsbummel. Zurück im Fahrerlager wartete dann das übliche Programm auf uns: die Abnahme, die Streckenbesichtigung und zum Abschluss noch ein kurzer Auftritt bei der Pressekonferenz.

Samstag – endlich geht der Rennbetrieb los

Der Trainingsbetrieb lief dermassen reibungslos, dass wir fast schon in Stress gerieten, um mit allen Vorbereitungen für den 1. Trainingslauf rechtzeitig fertig zu werden.

Am Vorstart konnte ich erst nicht von Neutral in den 1. Gang schalten. Nach mehrmaligen Versuchen ging es dann. Der Start bot noch nicht den optimalen Grip, dementsprechend liess ich es eher vorsichtig angehen. In 54.887 erreichte ich das Ziel, was dem 4. Zwischenrang in dem gut besetzten internationalen Feld entsprach.

Viel Zeit blieb uns nicht zwischen den einzelnen Läufen. Mein Team musste jeweils Vollgas geben, um den Nova Proto/Helftec-Honda wieder flottzubekommen.

Im 2. Probelauf konnte ich mich auf 52.506 steigern und mich hinter Sebastien Petit (Nova Proto/Honda Turbo, 51.26) und Patrik Zajelsnik (Nova Proto/Honda Turbo, 52.385) einreihen. Man muss halt manchmal etwas kreativ sein, aber wenigstens im letzten und längsten Sektor konnte ich die Bestzeit markieren.

Mit Fahrwerksanpassung auf Platz 2.

Wie in unserem «Drehbuch» festgehalten, stellten wir nun das Fahrwerk für das 3. Training um. Alle Sektorzeiten wurden minimal besser, was im Ziel einer Verbesserung von 23/100 Sekunden entsprach. Dies brachte mich in der Trainingsliste auf den 2. Platz.

Im 4. Lauf wollte ich nochmals ausloten, was der Nova und ich zusammen hinbekommen. Leider wurden wir beide schon auf der Startgeraden beim Hochschalten eingebremst. Dies funktionierte leider nur teilweise und erst nach mehrmaligem Betätigen der Schaltwippe. So war an eine Zeitverbesserung natürlich nicht zu denken. Ich konnte mit der vorherigen Zeit aber den Tag auf Position zwei abschliessen.

Auf der Suche nach dem Schaltproblem

Nun musste möglichst schnell eine Lösung für die Schaltprobleme gefunden werden. Über Fernwartung versuchten die Männer von Helftec Engineering, dem Problem auf den Grund zu gehen. Der definitive Test musste aber auf der Rennstrecke erfolgen – also im 1. Rennlauf.

Sonntag – Motoraussetzer sorgen für Probleme

Der Rennverlauf am Sonntag verlief nicht mehr ganz so reibungslos wie der Trainingsablauf. Die Fahrer riskierten in den Rennläufen mehr, was immer wieder zu Unterbrechungen des Rennbetriebs führte.

Mein Start gelang gut, jedoch wurde ich schon sehr bald von lästigen Motoraussetzern gebremst. Diese hielten etwa die halbe Strecke an. Unter diesen Umständen erreichte ich natürlich keine gute Zeit. Ich versank auf dem 10. Platz in den Niederungen der Rangliste.

Mein Team musste sich wiederum in perfekter Zusammenarbeit beweisen, um die Aussetzer zu beheben und auch den Rest für den 2. Wertungslauf vorzubereiten. Ich konnte die Startgerade ohne Probleme bewältigen und wir freuten uns, die Probleme gelöst zu haben. Leider hielt die Freude nicht lange an. Bereits nach der ersten Kurve hatte ich kurzzeitig wieder Leistungsverlust. Dann lief alles gut bis kurz vor die Ziellinie, wo nochmals ein Aussetzer kam. Die Zeit von 52.291 brachte mich in der Addition der beiden Läufe zwischenzeitlich bis auf den 6. Rang nach vorne.

Das Podest ganz knapp verpasst

Nochmals versuchten wir unser Bestes, um den Motor störungsfrei über den Osnabrücker Berg zu jagen. Nur gerade vor der Anbremsphase der ersten Kurve hatte ich einen kleinen Aussetzer. Danach funktionierte der Motor gut und ich konnte mich weiter an das Fahrverhalten des Nova gewöhnen, was sich in 51.734 zeigte.

Mit dieser Zeit lag ich zwischenzeitlich auf dem 3. Platz im Gesamtklassement, bis Alexander Hin (Osella PA30) rund eine Minute später mit 51.576 Sekunden die Ziellinie überquerte und mich vom Podest stiess.

Gewonnen wurde das Rennen vom Wochenenddominator Sebastien Petit vor Patrik Zajelsnik, Alexander Hin, mir und Benjamin Noll (Osella FA30).

Nach dem Rennen – die Fehlersuche geht weiter

In der Woche nach dem Osnabrücker Rennen ging es Schlag auf Schlag. Direkt nach unserer Ankunft machten wir uns auf die Suche nach dem Grund für die Aussetzer. In der heimischen Werkstatt konnten wir den Fehler leider nicht lokalisieren. Auf dem Leistungsprüfstand bei Helftec Engineering wurde das Problem dann aber schnell gefunden und behoben.

Leider wurden wir durch einen Folgeschaden erneut eingebremst, womit ich die Teilnahme am Bergrennen von St-Ursanne – Les Rangiers schweren Herzens absagen musste. Wir versuchen nun alles, um am 29./30. August in Oberhallau wieder am Start zu stehen.

Ausblick auf die kommenden Rennen

Zu unserem Leidwesen wurde unser Heimrennen am Gurnigel aufgrund der anhaltenden Trockenheit und damit verbundener Sicherheitsaspekte abgesagt. Angesichts der aktuellen Situation war dies sicherlich ein vernünftiger und nachvollziehbarer Entscheid, der gemeinsam von der Rennleitung und der Gemeinde getroffen wurde.

Damit fehlen mir in dieser Saison bereits zwei Rennen der Schweizer Bergmeisterschaft und somit auch wertvolle Rennkilometer für die Weiterentwicklung und Eingewöhnung mit dem Nova Proto/Helftec-Honda.

Nun bereiten wir uns aber erst einmal voll motiviert auf das Rennen in Oberhallau vor.

Bis bald
Marcel

Zurück nach oben