Bergrennen Hemberg 5.-7.6.2026 und La Roche-La Berra 13./14.6.2026
Von Top zu Flop
Aus Zeitgründen muss ich die Berichte der beiden Bergrennen von Hemberg und La Roche-La Berra in einem Text zusammenfassen. Mit nur einer Woche zwischen den Rennen ist die Zeit knapp, und die Vorbereitung des Nova Proto/Helftec-Honda hat Vorrang.
Hemberg – Knapp am Sieg vorbei
Die Zeit zwischen Eschdorf und Hemberg war intensiv. Ein neues Teller-/Kegelrad musste eingebaut und sauber eingestellt werden. Aus internen Gründen verzögerte sich die Anreise nach Hemberg bis tief in die Nacht. Den Freitag konnten wir deshalb etwas ruhiger angehen. Unser Fahrerlagerplatz war in einer Halle reserviert, sodass wir den Nova lediglich platzieren und rennfertig einrichten mussten.
Entgegen den langfristigen Wetterprognosen begann der Samstag mit strahlendem Sonnenschein. Den ersten Trainingslauf ging ich noch vorsichtig an, um herauszufinden, ob sich unsere Fahrwerkseinstellungen auf der Strecke bewähren würden. Im Ziel leuchtete eine 55.55 auf der Uhr. Das waren lediglich 15 Hundertstel Rückstand auf Robin Faustini (Nova Proto/Honda-Turbo). Michel Zemp (Norma/Helftec-Honda) wurde unterwegs aufgehalten.
So konnte es weitergehen. Mit unveränderter Abstimmung, aber etwas mehr Angriffslust, startete ich ins zweite Training. Die Uhr stoppte bei 54.37 Sekunden, womit lediglich 27 Hundertstel auf Robin fehlten. Auch Michel (55.09) rückte näher.
Mit besseren Reifen sollte der dritte Trainingslauf nochmals einen Schritt nach vorne bringen. Die Verbesserung auf 54.24 Sekunden fiel zwar bescheiden aus, doch der Rückstand auf Faustini (54.04) betrug nur noch zwei Zehntel. Gleichzeitig schrumpfte der Vorsprung auf Zemp (54.43) auf 19 Hundertstel.
Da der Zeitplan etwas aus dem Ruder lief, wurde der vierte Trainingslauf ersatzlos gestrichen. Schade, denn ich hätte mich gerne noch stärker an den Nova gewöhnt und weitere Fahrwerksvarianten ausprobiert. So konnten wir uns frühzeitig auf den Rennsonntag vorbereiten.
Rennläufe
Mit neuen Reifen rollte ich zum ersten Wertungslauf an den Start. Der Grip in den ersten Kurven war allerdings schlechter als erwartet, weshalb ich mit den gefahrenen 53.00 Sekunden nur mässig zufrieden war. Wieder fehlten lediglich 15 Hundertstel auf Robin Faustini (52.85). Michel Zemp (54.23) kam zunächst noch nicht ganz an seine Trainingszeiten heran.
Mehrere Unfälle und die anschliessenden Bergungsarbeiten sorgten vor dem zweiten Wertungslauf für eine lange Unterbrechung. Mit einer soliden Fahrt konnte ich mich auf 52.75 Sekunden verbessern. Erneut blieb es extrem knapp: Auf Robin (52.61) fehlten lediglich 14 Hundertstel. Auch Michel (53.48) rückte wieder näher.
Vor dem dritten Rennlauf war somit noch alles offen. Bereits in den ersten Kurven merkte ich jedoch, dass ich etwas zu viel wollte und den Rhythmus verlor. Dies spiegelte sich auch in der Zeit von 53.36 Sekunden wider. Faustini (51.80) drehte nochmals richtig auf und fuhr bis auf eine Zehntelsekunde an meinen Streckenrekord von 2023 heran. Auch Zemp gelang mit 52.78 Sekunden ein starker Lauf.
Damit konnten wir das erste Rennwochenende mit einem erfreulichen zweiten Platz im Gesamtklassement abschliessen.
La Roche-La Berra – Die Suche nach Grip
Bereits eine Woche später stand das Bergrennen La Roche-La Berra am Greyerzersee auf dem Programm. Während die Temperaturen unter der Woche noch angenehm waren, kündigten die Wetterdienste für das Rennwochenende Sonnenschein und grosse Hitze an – wie so oft bei dieser Veranstaltung.
Der Veranstalter stellte uns freundlicherweise einen näher am Start gelegenen Fahrerlagerplatz zur Verfügung. Dadurch mussten wir den Nova Proto/Helftec-Honda nicht mehr die rund 1,5 Kilometer bis zum Start ziehen, was unserem personell etwas eingeschränkten Team sehr entgegenkam.
Schwierige Trainingsläufe
Schon im ersten Trainingslauf stiegen die Temperaturen deutlich an. Der Grip am Start war sehr schlecht, wodurch der Nova nicht wie gewohnt zur ersten Spitzkehre beschleunigte. Auch beim Anbremsen und Einlenken fehlte die Haftung. Erst im oberen Streckenteil wurde die Situation etwas besser. Die Zeit von 1:45.709 Minuten entsprach deshalb nicht unseren Erwartungen. Robin Faustini (1:43.230) und Victor Darbellay (1:45.139) kamen deutlich besser mit den Bedingungen zurecht.
Da die Temperaturen über Mittag weiter anstiegen, wechselten wir für das zweite Training auf die härtere Reifenmischung. Die Traktionsprobleme aus den engen Kurven blieben jedoch bestehen. Zwar konnte ich mich um rund 1,5 Sekunden verbessern, doch Robin (1:40.762) und Victor (1:41.875) machten einen deutlich grösseren Schritt nach vorne. Michel (1:46.200) kämpfte mit ähnlichen Problemen.
Eine geänderte Federabstimmung sollte im dritten Trainingslauf die Wende bringen. Leider gelang dies nur teilweise. Mit 1:44.190 Minuten blieb die Verbesserung überschaubar. Faustini (1:40.033) und Darbellay (1:40.934) setzten sich weiter ab, während Michel (1:46.085) praktisch stagnierte.
Nach einer eingehenden Analyse entschieden wir uns, den Nova für den Rennsonntag grundlegend umzubauen. Viel zu verlieren hatten wir ohnehin nicht mehr.
Rennsonntag
Der Grip am Start zum ersten Wertungslauf verbesserte sich nur geringfügig. Zwar fühlte sich das Auto in den Kurven nun direkter und präziser an, der Zeitgewinn auf 1:43.120 Minuten blieb jedoch überschaubar. Herzliche Gratulation an Robin Faustini zum neuen Streckenrekord von 1:38.487 Minuten und an Victor Darbellay (1:40.763) zu seiner starken Leistung.
Da der zweite Wertungslauf erneut nach dem Mittag stattfand, montierten wir wieder die härtere Reifenmischung. Zusätzlich wollten wir noch eine weitere Setup-Variante testen. Schnell zeigte sich jedoch, dass diese nicht funktionierte. Die Uhr stoppte bei 1:44.485 Minuten. Robin (1:39.594) und Victor (1:41.897) blieben zwar ebenfalls über ihren Bestzeiten, waren aber weiterhin deutlich schneller. Michel (1:43.777) kam immer besser in Fahrt.
Für den dritten Rennlauf musste das Fahrwerk wieder auf die vorherige Abstimmung zurückgebaut werden. Kurz vor dem Start sorgte jedoch ein Unterbruch für zusätzliche Unruhe. Robin stand bereits an der Startlinie, ich direkt dahinter. Solche Wartezeiten stören die Konzentration erheblich. Trotzdem gelang mir mit 1:43.753 Minuten nochmals eine leichte Verbesserung beziehungsweise die Bestätigung meiner Leistung aus dem ersten Rennlauf. Die Streckenbedingungen schienen inzwischen eher schlechter geworden zu sein, da auch die Konkurrenz ihre Bestzeiten nicht mehr erreichte.
Mit deutlichem Rückstand resultierte am Ende der dritte Platz im Gesamtklassement hinter Robin Faustini und Victor Darbellay, aber knapp vor Michel Zemp.
Ausblick auf Reitnau
Nun bleibt uns nichts anderes übrig, als es beim Bergrennen Reitnau am 28. Juni besser zu machen. Auf der nur 1,6 Kilometer langen und engen Strecke dürfte es gegen die leichteren 2-Liter-Fahrzeuge eine enge Angelegenheit werden. Zudem bleibt mit lediglich zwei Trainings- und zwei Rennläufen nur wenig Zeit zwischen den einzelnen Runs.
Bis bald
Marcel









































































