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European Hillrace Eschdorf 2./3. Mai 2026, LU

Saisonauftakt mit traurigem Ausgang

Mir fehlte in letzter Zeit etwas die Zeit, um den Rennbericht zu schreiben. Dafür haben es mir meine Kunden gedankt.

Bereits am ersten Maiwochenende reisten wir zum Bergrennen in Eschdorf, Luxemburg. Auch nach siebenjähriger Abstinenz konnten wir kurz nach Mitternacht denselben Fahrerlagerplatz beziehen wie vor der Coronapause. Vielen Dank an die Union des Pilotes!

Wiedersehen in Eschdorf

Den Freitag konnten wir gemütlich angehen. Lediglich die administrative Abnahme zog sich etwas in die Länge. Danach blieb genügend Zeit, um nach der Winterpause alte Bekanntschaften wieder aufzufrischen.

Gelungener Auftakt im ersten Training

Am Samstagmorgen begann pünktlich zum Trainingsstart der ersten Fahrzeuggruppe leichter Regen. Da sich das Fahrerlager im Zielbereich befindet, mussten die Fahrzeuge vom Start zurück ins Fahrerlager gebracht werden, um die Reifen zu wechseln. Dadurch geriet der Zeitplan bereits ins Stocken, bevor überhaupt gefahren wurde.

Bis zu unserem ersten Trainingslauf war die Strecke jedoch wieder ausreichend abgetrocknet, sodass wir mit Trockenreifen starten konnten. Nach dem erfolgreichen Test stand ich mit einem guten Gefühl und viel Selbstvertrauen am Start. Aufgrund der teilweise noch feuchten Stellen auf dem neuen Belag, wurde die Fahrt allerdings zu einer ordentlichen Rutschpartie.

Im Ziel wusste ich zunächst nicht, wie meine Zeit von 55,533 Sekunden einzuordnen war. Als jedoch alle Teilnehmer im Ziel angekommen waren, stand ich wohl zum ersten Mal mit dem Nova Proto/Helftec-Honda an der Spitze der Zeitenliste. Natürlich hatte dies zu diesem frühen Zeitpunkt noch wenig Aussagekraft.

Fahrwerksarbeit und gemischte Erkenntnisse

Nach den Erkenntnissen vom Fahrwerksprüfstand bei KW Automotive hatten wir noch einige Fahrwerkseinstellungen zu testen. Damit wollten wir bereits im zweiten Trainingslauf beginnen. Auf nun vollständig trockener Strecke gelang mir erneut ein sehr guter Start – dort schien der Grip am besten zu sein.

Schon bald bemerkte ich jedoch ein nervöses Heck. Im schnellen S-Mittelteil brach das Heck plötzlich aus. Gerade noch konnte ich den Nova abfangen. Dieses Erlebnis stärkte mein Vertrauen in das Fahrverhalten des Fahrzeugs nicht gerade. Entsprechend fiel die Verbesserung auf 52,527 Sekunden weniger deutlich aus als erhofft. Im Klassement rutschte ich auf den dritten Zwischenrang zurück – hinter Robin Faustini (Nova Proto/Honda Turbo, 50,688 Sekunden) und Michel Zemp (Norma/Helftec-Honda, 52,289 Sekunden).

Mit praktisch neuen Reifen und der Fahrwerkseinstellung aus dem ersten Trainingslauf ging ich den dritten Lauf des Samstags an. Was wir dabei nicht mitbekommen hatten: Am Start hatte es zwischenzeitlich nochmals leicht geregnet. Der Grip war deshalb eher bescheiden, was sich auch in der Laufzeit von 53,199 Sekunden widerspiegelte.

Aus der Spitzengruppe wurden dadurch praktisch alle Fahrer etwas langsamer. Nur Sébastien Petit (Nova Proto/Honda Turbo, 51,481 Sekunden) schien die perfekte Linie gefunden zu haben und setzte sich auf den zweiten Platz.

Ein tragischer Rennsonntag

Aus den gewonnenen Erkenntnissen des Trainingstags arbeiteten wir für den Rennsonntag an einigen Anpassungen am Nova Proto/Helftec-Honda. Als wir startklar bereitstanden, um zur Rückführung an den Start zu rollen, bekam ich einen sehr unschönen Funkspruch eines Streckenpostens mit.

Dieser Funkspruch ging durch Mark und Bein und liess mich erschaudern. Bereits in diesem Moment war mir fast klar, dass wir an diesem Tag nicht mehr in den Rennwagen steigen würden. Etwa eine Stunde später bestätigte sich dieser Eindruck.

Ein erfahrener Teilnehmer mit einem Porsche GT3 Cup kollidierte mit der Leitplanke. Unglücklicherweise befanden sich an dieser Stelle zwei Streckenposten. Beide wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Tragischerweise erlag eine der beiden verletzten Personen, die als Streckenpostin im Einsatz stand, am Sonntagnachmittag ihren Verletzungen.

Unser tiefstes Mitgefühl gilt im Namen des gesamten Teams Steiner Motorsport den Angehörigen, Familien und Hinterbliebenen.

Erschüttert und zutiefst betroffen mussten wir vorzeitig die Heimreise antreten.

Blick nach vorne

Eigentlich kehrte der Nova Proto/Helftec-Honda praktisch «ready to race» in die heimische Werkstatt zurück. Dennoch wurden einige Arbeiten für den bevorstehenden Start der Schweizer Bergmeisterschaft durchgeführt. Nun hoffen wir, die Saison unbeschadet und möglichst problemfrei bestreiten zu können.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag weiter mit den Bergrennen in Hemberg (6./7. Juni 2026) und La Roche–La Berra (13./14. Juni 2026). Bereits zwei Wochen später steht mit Reitnau am 28. Juni 2026 der nächste Lauf auf dem Programm.

Drückt uns die Daumen!

Marcel

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