Bergrennen Reitnau 28. Juni 2026
Hitzeschlacht in Reitnau
Nach den heissen Tagen zuvor und dem Wetterbericht war klar: Das Bergrennen in Reitnau würde zu einer Hitzeschlacht werden. Deshalb reisten wir erst am Samstagmorgen an, um noch eine Nacht zuhause bei angenehmeren Temperaturen zu verbringen. Das war problemlos möglich, da Reitnau nach wie vor als Eintagesveranstaltung durchgeführt wird – am Sonntagvormittag stehen zwei Trainingsläufe, am Nachmittag zwei Rennläufe auf dem Programm.
Nach dem Einrichten unseres Fahrerlagers verbrachten wir den Tag möglichst im Schatten und bereiteten uns auf den Renntag vor.
Eine heisse Nacht
Unser Teambus heizte sich während des Samstags ordentlich auf. Zusätzlich erschwerte der neue Partybetrieb in der nahegelegenen Mehrzweckhalle die Nachtruhe. Lärm und Hitze machten das Schlafen nicht gerade einfach, ein paar Stunden Erholung konnten wir aber dennoch finden.
Schwieriger Start ins Wochenende
Der Sonntagmorgen begrüsste uns mit einer teilweise bewölkten Wetterlage. Das durchkreuzte meine ursprüngliche Rennstrategie etwas. Der Zeitplan wurde jedoch problemlos eingehalten, sodass wir pünktlich zum ersten Trainingslauf starten konnten.
Ich versuchte vom Start weg ein hohes Tempo anzuschlagen, fand aber nicht den nötigen Grip. Da dies meine erste Fahrt in Reitnau mit dem Turbomotor war, konnte ich meine Zeit von 50.68 Sekunden zunächst nicht richtig einordnen. Ein Blick ins Livetiming zeigte jedoch, dass der Rückstand auf Robin Faustini (Nova Proto/Honda Turbo, 47.49) und Michel Zemp (Norma/Helftec-Honda, 49.57) beträchtlich war.
Änderungen am Setup
Für den zweiten Trainingslauf nahmen wir kleinere Anpassungen am Fahrwerk vor. Da inzwischen die Sonne den Asphalt stark aufgeheizt hatte, entschied ich mich zudem für die härtere Reifenmischung.
Das Fahrverhalten des Nova Proto/Helftec-Honda verbesserte sich jedoch nur unwesentlich. Das Fahrzeug liess sich nicht sauber auf Zug durch die engen Kehren bewegen, wodurch auf der kurzen Strecke der nötige Rhythmus fehlte. Meine Zeit verbesserte sich zwar auf 49.13 Sekunden, dennoch blieb der Rückstand bestehen. Robin Faustini fuhr 47.55, während Michel Zemp sich deutlich auf 48.12 Sekunden steigerte.
Weniger Glück hatte Victor Darbellay (Nova Proto/Hartley Turbo). Er traf einen Begrenzungsstein und beschädigte Unterboden sowie Kühler irreparabel.
Mutiger Umbau vor den Rennläufen
Da der Rückstand auf der kurzen Strecke zu gross war und wir nichts mehr zu verlieren hatten, entschieden wir uns, das Setup vor den Rennläufen grundlegend zu verändern. Nicht unbedingt der übliche Weg unmittelbar vor einem Wertungslauf, doch nur so konnten wir unter vergleichbaren Bedingungen beurteilen, welchen Einfluss die Änderungen tatsächlich hatten.
Der Umbau verlief schneller als erwartet. Entsprechend ging ich die ersten Kurven zunächst etwas vorsichtiger an. Schon bald spürte ich jedoch, dass deutlich mehr Grip vorhanden war. Leider bremste ich im mittleren Streckenabschnitt etwas zu spät, wodurch ich eine Kurve nicht optimal anfahren konnte und wertvolle Zeit verlor.
Mit 49.638 Sekunden blieb ich dennoch hinter meinen Möglichkeiten. Robin Faustini setzte mit 46.911 Sekunden einen neuen Streckenrekord in den heissen Asphalt. Michel Zemp folgte mit 47.533 Sekunden, ich belegte mit entsprechendem Abstand Rang drei.
Schaltprobleme im zweiten Rennlauf
Da sich das Fahrverhalten aus meiner Sicht und auch aus Sicht des Teams deutlich verbessert hatte, verzichteten wir vor dem zweiten Wertungslauf auf weitere grössere Änderungen.
Ich lenkte die Startkurve leicht anders an. Als ich anschliessend in den zweiten Gang schalten wollte, reagierte die Schaltung jedoch zunächst überhaupt nicht. Erst nach mehrmaligem Betätigen der Schaltwippe liess sich der zweite Gang einlegen. Der dritte funktionierte wieder, dafür verweigerte anschliessend der vierte Gang den Dienst. Das Herunterschalten klappte zwar problemlos, beim Hochschalten traten die Probleme jedoch erneut auf.
Dadurch musste ich den gesamten Zuschauerbereich im zweiten statt wie vorgesehen im vierten Gang absolvieren. Erst auf der Beschleunigungsstrecke Richtung Schützenhaus funktionierte die Schaltung wieder einwandfrei. Meine Konzentration war zu diesem Zeitpunkt jedoch verständlicherweise beeinträchtigt, weshalb an diesem Tag keine Spitzenzeit mehr möglich war. Mit 49.888 Sekunden blieb ich erneut unter meinen Erwartungen.
Auch Robin Faustini (47.241) und Michel Zemp (48.224) erreichten ihre Bestzeiten aus dem ersten Wertungslauf nicht mehr ganz. Herzliche Gratulation den beiden zu ihren starken Leistungen und den verdienten Platzierungen! Mit etwas Glück und Mühe konnte ich den 3. Gesamtrang dennoch erfolgreich ins Ziel bringen.
Ausblick
Nun bleiben uns vier Wochen Zeit, um die Ursache der Schaltprobleme zu finden und nachhaltig zu beheben. Danach geht es im Wallis beim Bergrennen Ayent–Anzère (25.–26. Juli) um die nächsten Punkte und Platzierungen in der Schweizer Bergmeisterschaft.
Bis bald…
Marcel






















































