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Technikchaos beim Heimrennen am Gurnigel, 13./14. September 2025

Knapp fertig für den Gurnigel

Nach dem unfallbedingten Aus in Oberhallau, wurde der Nova Proto/Helftec-Honda denkbar knapp rechtzeitig für den Gurnigel fertig. Erst am Freitagmittag konnte der Rennwagen verladen und die kurze Anreise angetreten werden.

Der Freitagnachmittag war entsprechend intensiv – Fahrerlagerplatz einrichten, Wagenabnahme und Streckenbesichtigung standen an. Nebenbei mussten auch noch einige Teile am Nova montiert werden. Der Zeitplan ging aber gerade so auf, sodass wir pünktlich beim Stamm der Equipe Bernoise zum Nachtessen sein konnten.

Trainingssamstag

Am Samstagmorgen war es auf der Streckenbesichtigung fast winterlich kalt, bis zum ersten Trainingslauf stiegen die Temperaturen immerhin etwas an. Für mich war dieser Lauf vor allem ein Funktionstest nach dem Unfall in Oberhallau.

Alles schien normal – bis plötzlich mitten auf der Strecke der Öldruckalarm aufleuchtete. Normalerweise bedeutet das: sofort Motor aus! Doch da die Anzeige noch 2,5–3 Bar Restdruck zeigte, fuhr ich vorsichtig weiter. Die Konzentration war aber dahin, und dementsprechend war auch die Zeit schlecht: 1:49.886, weit entfernt von der Bestzeit von Robin Faustini (1:42.443).

Zurück im Fahrerlager begann die Ursachenforschung. War es eine Spätfolge des Unfalls? Schliesslich fanden wir einen defekten Ölfilter und fehlendes Kühlwasser.

Mit neuem Ölfilter ging es in den zweiten Lauf bei idealen Bedingungen. Diesmal lief es deutlich besser, auch wenn die Vorderachse auf Bodenwellen unruhig reagierte. Am Ende zeigte sich jedoch erneut kurz der Öldruckalarm. Die Zeit war immerhin 5,5 Sekunden schneller, was mich aber nur auf Rang 4 brachte. Erneut war der Ölfilter defekt und Kühlwasser fehlte. Da wir im Fahrerlager keinen Ersatz mehr hatten, half uns glücklicherweise die Garage Zutter mit neuen Filtern aus.

Gerade noch rechtzeitig wurde der Nova für den dritten Trainingslauf fertiggestellt. Doch diesmal traten sofort heftige Aussetzer auf – an eine schnelle Zeit war nicht zu denken. Im Nachhinein mussten wir uns eingestehen: den Fehler hatten wir selbst eingebaut. Immerhin: Das Öldruckproblem und der Wasserverlust schienen behoben. Doch insgesamt war es ein Trainingstag zum Vergessen. Und pünktlich nach Trainingsende setzte der angekündigte Regen ein – für Sonntag war also mit nasser Strecke zu rechnen.

Rennsonntag

Am Sonntagmorgen war die Strecke wie erwartet nass. Der Nova wurde auf Regenreifen umgebaut. Schon der Start gelang schlecht, und starkes Untersteuern verhinderte jede Chance auf eine gute Zeit. Mit 2:00.528 landete ich abgeschlagen auf Platz 5. Meine Hoffnung war, dass dies der Streichlauf bleiben würde.

Die Sonne kam heraus, die Strecke trocknete ab – beste Bedingungen. Der Start gelang diesmal gut, die erste Kurve ebenfalls. Doch beim ersten Gasgeben brach das Heck schlagartig aus, und ich stand quer talwärts auf der Strasse. Wertvolle Sekunden gingen verloren, bis ich wenden konnte.

Je weiter ich fuhr, desto weniger Leistung hatte der Motor. Im Ziel lag ich rund 40 Sekunden zurück. Die Analyse ergab: Der Ladedruck entwich, verursacht durch einen Riss in der Airbox. Eine Reparatur war vor Ort nicht möglich – ich musste den dritten Rennlauf absagen und frühzeitig zusammenpacken.

Fazit

Das Heimrennen am Gurnigel verlief alles andere als erhofft. Ich möchte mich bei allen Fans und Freunden entschuldigen, die uns besucht haben und mich nicht gut gelaunt angetroffen haben – die vielen Probleme und der wachsende Frust haben Spuren hinterlassen.

Aufgrund der technischen Schwierigkeiten und der Motor-Sicherheitsrisiken muss ich die Saison leider vorzeitig beenden. Das Rennen in Châtel-St-Denis – Les Paccots werde ich daher auslassen.

Wir werden nun mit unseren bekannt starken und zuverlässigen Technikpartnern die Sorgen rund um den Nova Proto beheben, um für die Saison 2026 optimal vorbereitet und wirklich ready to race zu sein.

Bis bald
Marcel

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